— Büsum —

Schule besiegelt neue Partnerschaft

von Claudia Brandt Veröffentlichung Mittwoch, 31. März 2021



Die Schule am Meer (SaM) ist Partnerschule für das Projekt „Blütenbunt – Insektenreich“. Kürzlich besuchten Projektleiterin Dr. Katrin Schöps vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel  und Norma Kujath vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) die SaM. Dritter Initiator des Naturschutzprojekts ist die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Dr. Katrin Schöps, Norma Kujath und Dr. Kirstin Poremba trafen sich auf dem Osterhof von Ibbo Schröder und besichtigten die rund 7000 Quadratmeter große Fläche, die Schröder über das Projekt zu einer dauerhaften artenreichen Blumenwiese aufwerten möchte. Norma Kujath will für diese Fläche eine spezielle Samenmischung bereitstellen, die im Herbst ausgesät wird. Die mehrjährigen Blühwiesen werden ein- bis zweimal im Jahr gemäht und beinhalten 30 bis 40 Arten von heimischen Wildkräutern und -gräsern, die unterschiedlichen Insekten als Nahrung dienen und die Überwinterung der Insekten sichern. Die Biodiversität wird so in Flora und Fauna enorm bereichert. Das anfallende Heu kann als Futter, zum Beispiel für Schafe, verwendet werden.

Die Kollegen der SaM können in den nächsten Jahren mit ihren Schülern auf dem Osterhof Insektenforschung betreiben oder mit Experten vom IPN ihre Artenkenntnisse und das biologische Wissen erweitern. „Ohne Insekten geht es nicht“, mahnte Dr. Kirstin Poremba. Insekten sind Bestäuber für Gemüse und Obst und dienen zusätzlich in allen Metamorphose-Stadien als Nahrungsquelle für zahlreiche andere Arten wie zum Beispiel Singvögel und Kleinsäuger. Die Basis der Nahrungsketten und damit der Nahrungsnetze werden damit langfristig stabilisiert.

Im Anschluss ging es zur Ortsbegehung zum Forschungs-  und Technologiezentrum (FTZ) Westküste, wo Dr. Klaus Vanselow und Jörn Köppen vom FTZ sowie Manfred Hein vom Bauhof Büsum die Delegation schon erwarteten. Dr. Katrin Schöps und Norma Kujath waren auch dort sehr angetan von den Flächen, die unterschiedliche Bodenqualitäten besitzen. Norma Kujath will dementsprechend andere regionale Saatmischungen zusammenstellen, die andere Insektenarten anziehen. Qualitativ und quantitativ können die Flächen später vergleichend untersucht werden. „Die Nähe zur Schule ist hervorragend geeignet für kürzere Begehungen“, meinte Dr. Katrin Schöps.

Die letzte Station war die Schule am Meer selbst. Dort wird ein einjähriger Blühstreifen angelegt. Erst im Spätsommer erfolgt die Einsaat einer dauerhaften Wiesenmischung, die sich in den nächsten Jahren zusammen mit den im Vorjahr gepflanzten Obstbäumen zu einer mehrjährigen Streuobstwiese entwickeln soll. Der Biologie-Unterricht im Freien kann vor der Haustür beginnen. Kujath und Dr. Schöps lobten das große Engagement der SaM und der regionalen Unterstützer, zu denen Landwirte, Grundstückseigner, Gemeinden und der Golfclub in Warwerort zählen.

Mit der Projektteilnahme gehen die Partnerschulen Verpflichtungen ein und genießen zugleich Beratung und Unterstützung. Die Stiftung Naturschutz und der DVL wollen die SaM in Zukunft beim Projekt „Mut zur Wildnis - jede Blüte zählt“ mit Beratung und mit speziellen Saatgutmischungen unterstützen. Geplant sind auch Unterrichtseinheiten, konzipiert vom Insektenteam der Kieler Forschungswerkstatt, die eine gemeinsame Einrichtung der Kieler Uni und des IPN ist.

Dr. Katrin Schöps ist selbst Entomologin, also Insektenforscherin, und hat dieses Projekt ins Leben gerufen. Die Kooperation der Uni Kiel mit den Schulen sowie der Wissenschaftstransfer werden auf diese Weise gefördert. Arbeitsmaterialien, Exkursionskisten für die Feldarbeit und persönliche Besuche von Insektenexperten werden die Projektarbeit der SaM in Zukunft bereichern. Dr. Kirstin Poremba: „Die notwendigen Insekten stellen mit den Pflanzen die Grundlage aller Nahrungsketten und Nahrungsnetze dar und benötigen dringend wieder mehr Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und in den Schulen. Das Motto ‚Was ich kenne und liebe, schütze ich‘  kann somit verwirklicht werden, denn Biodiversität, Artenvielfalt, stabilisiert unsere Umwelt.“

Von Claudia Brandt 

Claudia Brandt 1515

Moin! Mein Name ist Claudia Brandt. Ich bin tätig als Bildungskoordinatorin an der Büsumer Schule am Meer und berichte regelmäßig über die Aktivitäten und News aus dem Schulleben.Seit 2008 arbeite ich im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Meine Freizeit verbringe ich im Dressursattel.

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